„Ein stimmiges Konzept – und Überzeugungstäter“

Symposium 2012 nahm Möglichkeiten der Katholischen Universität in den Blick

Von links: Tanja Schorer-Dremel, Stellvertretende Landrätin, KU-Präsident Richard Schenk, Prof. Wilhelm Vossenkuhl (Mitglied des KU-Hochschulrats), Bischof Gregor Maria Hanke, Prof. Ludwig Mödl, Stephan Ley, Vorsitzender des Alfons-Fleischmann-Vereins

Eichstätt. Verstärkte Interdisziplinarität und Kooperation der
 Fachbereiche an der Katholischen Universität (KU) hat ihr Präsident
 Richard Schenk während eines Symposiums über Sinn und Möglichkeiten der 
Einrichtung in Eichstätt gefordert.

 

Veranstalter war der von Alcimonen 
gegründete Alfons-Fleischmann-Verein, der die KU in wissenschaftlicher und
 kultureller Hinsicht fördert. Bei der Vorstellung seiner Vision einer 
katholischen Universität bezog sich der Dominikanerpater aus den USA auf
 Aussagen des seligen John Henry Newman. An dem Symposium im Landratsamt
 nahmen auch Prof. Ludwig Mödl, Prof. Reto Luzius Fetz und Dr. Hubert
 Gruber teil. Mitveranstalter war die Akademie des Cartells der katholischen 
Studentenverbindungen (CV).


Bischof Gregor Maria Hanke verwies auf die Reiche
 akademische Tradition in Eichstätt. Bei allen Überlegungen von
 verantwortlicher Seite müsste diese Geschichte unbedingt Berücksichtigung
 finden. 

Ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der KU sei die Tatsache, dass 
sich Wissen und Glaube wechselseitig erhellen, sagte Schenk weiter. Daher
 gelte es, theologische Fragen in das Ganze der Wissenschaft 
einzuschließen. Allerdings dürfe die Theologie nicht zum Formprinzip aller 
Fächer gemacht werden. Ein dritter Punkt, den Schenk vorstellte, betraf
 die Liberalität, die berechtigte Eigenzwecklichkeit des Forschens und 
Lehrens. Sie verhindere die rein pragmatische Ausrichtung der Universität. 
Eine solche Universität ermögliche Beziehungen auch zu nicht-katholischen
 Christen wie auch zu Anhängern anderer Religionen, sagte Schenk: „Nur in
 der Beziehung zu anderen vollzieht sich das Selbst.“



 

Prof. Ludwig Mödl erklärte, dem Staat sei es bei der Überführung der 
Eichstätter akademischen Tradition in die Katholische Universität vor gut
 30 Jahren um das Anliegen gegangen, es gesellschaftlichen Gruppen zu
ermöglichen, ihre Ideen zu positionieren und weiterzugeben. Deshalb wandte 
er sich dagegen, Religionswissenschaften an die Stelle einer 
bekenntnisgebundenen Theologie zu setzen. Allerdings sollte auch drin
sein, was drauf steht: „Was ist die Katholische Universität im Verhältnis
 zur Universität?“ Der langjährige Eichstätter Regens untermauerte die 
Forderung, im deutschsprachigen Raum brauche es wenigstens eine 
katholische Universität, denn in Staat und Gesellschaft gebe es „unwägbare 
Gegner der Kirche, die sich zu Feinden entwickeln können“.

 

Vereinbarkeit von Universität und katholischem Glauben


Während des 
Kulturkampfs und in der NS-Zeit habe Eichstätt zweimal staatliche
 Repressionen parieren müssen: „Diese Erfahrungen haben unsere Lehrer noch
lange nach 1945 geprägt.“ Der emeritierte Münchner Pastoraltheologe
 berichtete, aus Münchner Sicht sei es durchaus möglich, 4000 Eichstätter 
Studenten in die Universitäten in der Landeshauptstadt zu integrieren.
 Schließlich zeigte sich Mödl zurückhaltend, was Reformen betrifft: „Unis 
sind nicht fähig sind, sich selbst zu refomieren, es sei denn auf Druck
von außen hin.“

 



Prof. Fetz hob die Vereinbarkeit von Universität und katholischem Anspruch
 hervor. Der Glaube sei auf die wissenschaftliche Durchdringung durch die 
Theologie angewiesen. Dazu bedürfe es der Philosophie. „Heils- und
 Glaubenswissen können nicht beziehungslos nebeneinander stehen“, stellte 
Fetz fest und forderte Respekt vor der Eigengesetzlichkeit
 wissenschaftlicher Methoden. Der Katholizismus in seinem Anspruch der 
Umfassendheit, der Katholizität, sei eine geistliche Weltmacht, mit der
 man sich auseinandersetzen müsse, auch wenn man sie nicht liebt. 
Zu Beginn hatte Universitätshistoriker Hubert Gruber darauf aufmerksam 
gemacht, dass die Professoren Bernhard Schleißheimer und Alois Edmaier die
 Weiterentwicklung der Pädagogischen wie auch der 
Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt im Hintergrund
 betrieben. Prof. Alfons Fleischmann habe im politischen Bereich gewirkt. 
Gruber: „Ein stimmiges Konzept war vorhanden – und Überzeugungstäter!“



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